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Jodocus Willich
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Jodocus Willich *1501 †1552 ( auch Willichius )
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Biografie [TOP]
1501   Geburt in Rössel (auch: Ressel) im Bistum Ermland (Ostpreußen), Region Allenstein, Regierungsbezirk Königsberg.
1516   Studienbeginn an der Universität Viadrina.
1517   Erwerb des Titel eines Baccalaurens.
1522   W. erhält so früh es irgend möglich ist die Magisterwürde und wird durch einstimmige Wahl in den Kreis der Professoren aufgenommen. Er hält Vorlesungen über griechische Klassiker und Rhetorik. Er schlägt den Vorschlag Wimpinas aus, für ihn den Druck seiner Werke in Frobens Offizin in Basel zu betreuen. Zum einen wollte er ungern dem Beschützer Tetzels in dessen Thesenstreit mit Luther von 1518 unterstützen, zum anderen hatte er begonnen, auch noch Medizin zu studieren.
1527   aus diesem Jahr stammt die Versicherung, daß W. bereits den Ruf eines geschickten Arztes hat.
1530   Er gründet das erste deutsche "Collegium musicum" 8.
1533   W. wird zu seinem Freund Crullius nach Wittenberg gerufen, den die Ärzte schon aufgegeben haben und heilt ihn. Hier lernt er die Reformatoren kennen und schließt sich besonders dem nur um vier Jahre älteren Melanchthon an.
1535   am 11. Juni stirbt Kurfürst Joachim I., seine Söhne Joachim II. und Johann teilen sich die Lande. Da Joachim II. gerade Witwer geworden war ließ er um die Hand von Helene, der Tochter des Königs Siegismund I. von Polen an. Dazu schickte er den Bischof von Lebus und Ratzeburg Georg von Blumenthal nach Krakau und gab im auch Willich als Lateindolmetscher mit.
1538   Sabinus beginnt an der Universität Viadrina zu lehren. Durch dessen Frau Anna geb. Melanchthon kommt W. wieder in Kontakt mit den Wittenberger Reformatoren.
1540   auf Betreiben W.s übereignet am 3. April der zum evangelischen Glauben übergetretene Kurfürst Johann II. der Universität Viadrina das Karthäuserkloster. Später folgen weitere Schenkungen. W. heiratet Regina Jobst, Tochter des Bürgermeisters Hieronymus Jobst. Der Kurfürst schickt seine beiden Söhne Johann Georg und Friedrich und seinen Neffen Albrecht von Mecklenburg nach Frankfurt in die Obhut von Willich und Sabinus.
1542   Als der Kurfürst Johann II. nach Ungarn gegen die Türken zieht, nimmt er W. als Leibarzt mit.
1543-1544   W. schreibt seinen "Commentarius anatomicus" in vier Büchern über alle Teile des menschlichen Körpers, beruhend auf dem Studium des Hippokrates und Galenus.
1552   als im Juni die Pest in Frankfurt (Oder) ausbricht, lädt der neue Bischof von Lebus, Georg Horneburg, ihn und seine Familie ein, in seinem neuerbauten Schloß auf dem Höhenzug am linken Oderufer zu wohnen. W. wird zur ärztlichen Beratung nach Halle, dem Sitz des Erzbischofes von Magdeburg gerufen. Bald kann er nach Lebus zurückkehren. Am 12. November erleidet Jodocus Willich bei einem Morgenspaziergang einem Schlaganfall und stirbt. Am 14. November wird er nach Frankfurt (Oder) überführt und in der Marienkirche beigesetzt.

Quellen [TOP]
  1. Allgemeine Deutsche Biographie. - München; Leipzig. 1912 (Band 56: Generalregister)
  2. Allgemeines Gelehrten-Lexicon : Darinne die Gelehrten aller Stände ... vom Anfange der Welt bis auf ietzige Zeit ... Nach ihrer Geburt, Leben, ... Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden / Jöcher, Christian Gottlieb. - Leipzig. - 1750-51 (4 Bde)
  3. Historisch-biographisches Lexicon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller enthält / Gerber, Ernst Ludwig. - Leipzig. - 1790-91 (2 Teile)
  4. Nomenclator philologorum / Eckstein, Friedrich August. - Leipzig. - 1871
  5. Biographisch-bibliographisches Quellenlexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts / Eitner, Robert. - Leipzig. - 1900-1904 (10 Bde)
  6. Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften : enthaltend Nachweisungen über Lebensverhältnisse und Leistungen von Mathematikern, Astronomen, Physikern, Chemikern, Mineralogen, Geologen usw. aller Völker und Zeiten / Poggendorff, Johann C.. - Leipzig. - 1863 (Bd I: A-L; Bd II: M-Z)
  7. Altpreußische Biographie. - Königsberg u.a. - 1941-1967 (2 Bde)
  8. Klaus Eichler, Geschichte der Medizinischen Fakultät in: Förderverein zur Erforschung der Geschichte der Viadrina e.V., Jahresbericht Nr. 1, 1998, scrîpvaz-Verlag Frankfurt (Oder) 1998, S.30 ff   Jetzt bestellen für € 7,57
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