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Hans Joachim von Zieten
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Hans Joachim von Zieten *1699 †1786(auch: Ziethen)
Biografie | Quellen | Links

Biografie [TOP]
1699  Am 24. Mai wird Hans Joachim von Zieten als drittes von sieben Kindern der armen Landadligen Catharina (geb. Jürgaß) und Mathias Joachim von Zieten in Wustrau bei Ruppin geboren.2
1716  Zieten tritt als Freicorporal in das preußischen Regiment Nr. 24 des Freiherrn von Schwendy in Frankfurt (Oder). Seine geringe körperliche Größe und schwächliche Konstitution beeinträchtigten anfangs seine Karriere.6 7
1724  Er fordert am 28. Juli beim König seine Beförderung ein und wird daraufhin am 1. August aus dem Militärdienst entlassen.6 7
1725  Zieten ist wieder im Dienst, diesmal als 4. Premierleutnant der Wuthenau-Dragoner (das Patent wird auf Wunsch Zietens rückwirkend auf den 1.8.1724 datiert).7
1729  Nach einem Streit mit einem Vorgesetzten wird er zu einem Jahr Festungshaft verurteilt.6 7
1730  Im Sommer erneute Auseinandersetzung mit diesem Rittmeister. Dieser wird zu drei Monaten Festungshaft und Zieten mit der Entlassung aus dem Militärdienst bestraft.7 Die erste preussische Husarenkompanie wird in Beelitz aufgestellt. Zieten erhält die Stelle eines Leutnants.6
1731  1. März: Ernennung zum Rittmeister.7
1735  Zieten ist mit 120 Husaren beim preussischen Hilfskorps am Rhein, mit dem Auftrag, die Kampfweise der Husaren von den dort eingesetzten österreichischen Husaren unter Baranyai zu lernen.6
1736  Er beweist in dieser Kampagne seine Führungsqualitäten und erhält am 29.1. das Majors-Patent.
1737  Zieten heiratet am 25.11. Leopoldine Judith von Jürgaß (25.3.1702-19.3.1756).6 7
1741  Für seine Verdienste im 1. Schlesischen Krieg wird er am 22.7. zum Oberst befördert. Am 24.7. erhält er das Patent zur Aufstellung eines Husarenregiments. Als Chef des Leibhusarenregiments Friedrich II. reorganisiert er die preußische Reiterei und formiert die leichte Kavallerie zu einer schnell beweglichen Angriffstruppe. Die von ihm entwickelte Überraschungstaktik führt zum Ausspruch "Wie Zieten aus dem Busch", wenn etwas sehr überraschendes geschieht.4 Dieser Ausspruch findet sich auch in Theodor Fontanes Gedicht "Der alte Zieten" von 1847.
1743  Am 9. April wird der Sohn Friedrich Karl geboren (gest. 1751).7
1744  Er wird am 3. Oktober zum Generalmajor der Kavallerie befördert4 (Patent auf den 1.2.1744 zurückdatiert).7
1745  Am 19./20. Mai diesen Jahres, während es 2. Schlesischen Krieges, reitet Zieten mit seinem gesamten Regiment von Patschkau nach Jägerndorf, lange Zeit unerkannt, quer durch die österreichische Stellung, was als "Zietenritt" bekannt wird.4 7
1746  Als "wohlaffektionierter" König schenkte Friedrich II. Zieten einen Türkensäbel in der Hoffnung, dass "Euch solches nicht unangenehm seyn". Dieser Säbel befindet sich heute im Preußen-Museum in Wustrau.5
1747  23. Januar: Geburt der Tochter Johanna Christiana Sophie (gest. 7.6.1829), verheiratet (1776) mit Carl von Wahlen-Jürgaß auf Ganzer.7
1756  Am 19.3. stirbt seine Ehefrau im Alter von 57 Jahren an "hitzigem Fieber". Dieser Schicksalsschlag veranlasst Zieten, sein Abschiedsgesuch zu stellen. Friedrich II. überzeugte ihn in einem persönlichen Gespräch, das Gesuch zurückzunehmen. Am 12.8. wird Zieten zum Generalleutnant der Kavallerie ernannt.6 7
1757  5. Mai: Verleihung des Schwarzen Adlerordens.7
1760  Zieten wird General der Kavallerie.4 In der Schlacht von Torgau am 2.11. verdankt die preussische Armee ihren Sieg vor allem dem beherzten Eingreifen Zietens und seiner Truppe im entscheidenden Moment der Schlacht.6
1761  Er bezieht eine Wohnung in der Berliner Kochstraße Nr. 61 / Ecke Friedrichstaße, die er bis zu seinem Tod bewohnt.1
1764  Am 23.8. heiratet Zieten - inzwischen 65-jährig- die 26-jährige Hedwig Elizabeth Albertine von Platen (31.1.1738-6.9.1818). Vom König erhält die Braut ein wertvolles Juwel.6
1765  Der Sohn Friedrich Gustav Ludwig Emil wird am 6. Oktober geboren. 7
1771  Ein zweiter Sohn wird geboren, stirbt jedoch nach 50 Tagen.7
1773  Geburt der Tochter Albertine Eleonore (heiratet Graf Wilhelm von Redern und nach der Scheidung Rittmeister Balthasar von Zieten).7
1784  Am 25. Dezember findet eine der zahlreichen Geschichten statt, die sich um den Husarengeneral ranken, gegen dessen Beförderung einst Vorgesetzte wegen seiner schmächtigen Gestalt und schwachen Stimme Bedenken erhoben hatten. Als Zieten zur Paroleausgabe im Potsdamer Schloss erscheint, hat Friedrich der Große für ihn einen Lehnstuhl bringen lassen und betont: "setzte Er sich nur, mein lieber alter Zieten, sonst geh' ich weg; denn ich will ihm durchaus nicht zur Last fallen."5
1786  Am 26.2 (27.6 7) Januar stirbt Hans Joachim von Zieten in seiner Wohnung in Berlin. Beisetzung am 31. Januar in der Familiengruft bei der Wustrauer Kirche beigesetzt.2

Quellen [TOP]

  1. http://www.friedrichstrasse-berlin.de/g4/main.html
  2. http://www.berlin-chronik.de/Strassen/Bez01h/Z77.htm
  3. http://www.rz.fhtw-berlin.de/misc/Brandenburg/beelitz.html
  4. http://www.berlin-chronik.de/Strassen/Bez01h/Z77.htm
  5. http://www.preussen.org/page/zeit_43.1.html
  6. http://home.arcor.de/rn/rnelke/personen/ziethen.htm
  7. Friedrich Förster, Hans Joachim von Zieten, Eine kleine Biographie, Edition Rieger, Berlin und Karwe / bei Neuruppin 1999

Theodor Fontane
Der alte Zieten

Joachim Hans von Zieten,
Husarengeneral,
Dem Feind die Stirne bieten,
Er tat's wohl hundert Mal;
Sie haben's all' erfahren,
Wie er die Pelze wusch,
Mit seinen Leibhusaren
Der Zieten aus dem Busch.

Hei, wie den Feind sie bläuten
Bei Hennersdorf und Prag,
Bei Liegnitz und bei Leuthen,
Und weiter Schlag auf Schlag;
Bei Torgau, Tag der Ehre,
Ritt selbst der Fritz nach Haus,
Doch Zieten sprach: "Ich kehre
Erst noch mein Schlachtfeld aus."

Sie kamen nie alleine,
Der Zieten und der Fritz,
Der Donner war der eine,
Der andre war der Blitz.
Es wies sich keiner träge,
Drum schlug's auch immer ein,
Ob warm', ob kalte Schläge,
Sie pflegten gut zu sein. -

Der Friede war geschlossen,
Doch Krieges Lust und Qual,
Die alten Schlachtgenossen
Durchlebten's noch einmal.
Wie Marschall Daun gezaudert,
Und Fritz und Zieten nie,
Es ward jetzt durchgeplaudert
Bei Tisch, in Sanssouci.

Einst mocht' es ihm nicht schmecken,
Und sieh, der Zieten schlief,
Ein Höfling wollt' ihn wecken,
Der König aber rief:
"Laßt schlafen mir den Alten,
Er hat in mancher Nacht
Für uns sich wach gehalten,
Der hat genug gewacht." -

Und als die Zeit erfüllet
Des alten Helden war,
Lag einst, schlicht eingehüllet,
Hans Zieten, der Husar;
Wie selber er genommen
Die Feinde stets im Husch,
So war der Tod gekommen
Wie Zieten aus dem Busch

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